Skandal – Preise total linkslastig!
Immer wieder gibt es Diskussionen, „das Kleingeld“ abzuschaffen: Nämlich die Ein-, und am besten auch gleich die Zwei-Cent-Münze. Bekanntermaßen übersteigen die Kosten für die Herstellung der Ein-Cent-Münze ihren Wert, und viele kleine Münzen gehen verloren oder werden gehortet. Vor allem aber argumentieren die Befürworter damit, dass dann das Bezahlen mit Bargeld an der Kasse einfacher wäre, denn die Preise müssten dann gerundet werden. Auf den Handel käme aber eine wichtige Frage zu: Runden – aber auf was? Hier kommt eine Lektion aus Israel: Dort wurde nämlich das Pendant zum Cent, der Agora, als kleinste Münze bereits abgeschafft, die Fünf-Agorot-Münze aber auch. Was also tun, wenn der Preis vorher, sagen wir, 3,99 war? Einfach aufrunden auf 4, oder abrunden auf 3,90? Nun haben Händler nix zu verschenken, und abrunden liegt nicht in ihrer Natur. Entsprechend haben die meisten aufgerundet – und an Umsatz verloren. Denn für viel Kunden war das Produkt nun zu teuer. Dieses wenig rationale Verhalten lässt sich erklären: Durch den Left-Digit-Bias, der dazu führt, dass Menschen sich immer zunächst auf die Zahl ganz links konzentrieren. Je mehr Zahlen dann folgen, desto weniger werden sie wahrgenommen. Und so kommt, es, dass das Aufrunden viel Geld kostet. Jedenfalls änderten die meisten Händler in Israel ihre Preispolitik schnell und rundeten ab. Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, dass sich im Handel viele Fans des Kleingelds finden. Und wenn es beim nächsten Mal vor uns an der Kasse heißt: „Moment, ich hab’s passend!“ – entspannen wir, nehmen uns die Zeit und erläutern unseren Begleitern den „Left-Digit-Bias“!
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