Dubai, Infinity-Pools und die fünf Phasen nach Kübler-Ross
Nun, das war schon ein wenig auffällig, wie sich deutsche Dubai-Influencer in den letzten Tagen über die Sicherheit im Emirat begeistern konnten: Alles ganz normal hier, die Regierung beschützt uns einfach super, Wetter super. Verwunderlich ist das nicht: Wer in Dubai als „Creator“ arbeitet, macht das ja nicht einfach nur so, sondern als Teil des Business Case. Für niedrige Steuern und Lifestyle-Kulisse muss man bei der Meinungsfreiheit ein paar Abstriche machen. Und bevor wir das so richtig empörend finden: In zahlreichen Ländern, mit denen wir gerne viel mehr Handel treiben würden, ist das Konzept „Meinungsfreiheit“ ebenfalls noch ausbaufähig.
Aus Markensicht stellt sich aber die Frage, ob Dubai nun dauerhaft beschädigt ist: Entsprechend müssen die werbetreibenden Marken beurteilen, ob sie weiter mit den Dubai-Influencern zusammenarbeiten wollen – nicht wegen der Meinungsfreiheit, die gab’s vor dem Krieg ja auch nicht. Sondern weil offenbar die Wahrnehmung der Dubai-Influencer sich gerade verändert: Von „so cool, total geiles Leben“ zu „geschieht euch naiven Steuerflüchtlingen gerade recht, dass ihr da jetzt hockt“. Ist das Teil einer veränderten Wahrnehmung der allgegenwärtigen Krisen? Ist der digitale Eskapismus, das einfache Ausblenden der Realität durch noch mehr Bilder vom Infinity-Pool zu Ende? Im Modell von Kübler-Ross ist Verleugnen bekanntlich nur die erste von fünf Stufen. In Stufe zwei folgen Wut, Frust und Neid. Ob es die Dubai-Influencer und ihre Follower gemeinsam bis „Akzeptanz“ schaffen, bleibt abzuwarten.
Oder was meinen Sie?
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