Die spinnen, die …
Vor einigen Jahren hatte man in einem polnischen Rüstungsunternehmen eine grandiose Idee: Dessen Angebote sollten fortan unter dem Namen „Obelix“ vermarktet werden, denn dieser Name steht schließlich europaweit für Stärke, und überhaupt; flugs ließ man den Namen als Marke für die entsprechenden Warenklassen eintragen. Beim Comic-Verlag in Frankreich dachte man vermutlich „Beim Teutates!“ und legte umgehend Widerspruch ein, der jedoch vom Amt der EU für geistiges Eigentum (EUIPO) abgewiesen wurde, mit der Begründung: Ein weitergehender Markenschutz für Obelix gelte nicht, denn die Marke sei nicht hinreichend bekannt, und Waffenkäufer würden deren Eigenschaften gar nicht mit den Comics in Verbindung bringen.
Nun, das muss man wohl anders sehen, selbst wenn man kein Fan der unbeugsamen Gallier ist: Zwar stimmt es, dass die Produktbereiche nicht ähnlich sind – Verwechslung ausgeschlossen. Aber klar ist doch: Hier wird versucht, eine bekannte Marke „in unlauterer Weise“ auszunutzen. Denn eben die Eigenschaften, die man mit dem sympathischen Hinkelsteinlieferanten verbindet – Stärke, Mut und eine gewisse Durchschlagskraft – will die Rüstungsfirma sich nun selbst zuschreiben. Und noch etwas: Obelix ist lustig, gutmütig und im Grunde total friedlich, solange es am Ende Wildschwein gibt. Jegliche Verbindung mit echten Waffen kann der Marke Obelix nur schaden. Zum Glück sah das auch die nächste Instanz, das EU-Gericht, so, und hat die Entscheidung des EUIPO aufgehoben. Das sind doch endlich mal gute Nachrichten!
Hier der Link:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/obelix-darf-keine-marke-fuer-waffen-sein-100.html

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