Dress for Performance?
Große Aufregung bei den Mitarbeitenden von Porsche: Aber nein, es geht nicht um den Zickzackkurs bei der Antriebstechnologie, die Absatzkrise in China oder die US-Zölle, sondern um den Dresscode. Der neue CEO Michael Leiters fand nämlich, dass manche ins Büro gingen, und wir zitieren aus der FAZ, „als kämen sie gerade von einer Bergwanderung“. Prompt erklärte Leiters Hemd, gepflegte Hose und ordentliche Sneaker zum „Mindeststandard.“ Seine Begründung: „Respekt gegenüber den Mitarbeitern und der Firma drückt sich auch in der Kleidung aus.“ Bei solchen Sätzen muss die New-Work-Community aus LinkedIn erstmal zur Traumatherapie. Aber Leiters hat einen Punkt, und es ist ihm ernst. Und – indirekt – adressiert er damit eine der großen Herausforderungen von Porsche: Die Marke.
Das Markenversprechen von Porsche basiert im Kern auf Performance: Auf deutscher Ingenieurskunst, auf Fahrdynamik, auf kompromissloser Sportlichkeit. Aber heute beschleunigen chinesische Wettbewerber schneller von null auf hundert, heute gelingt über Software und Batterietechnologie keine Differenzierung, und die meistverkauften Porsches sind brave SUVs. Ja, wo bleibt da die Leistung?
Entsprechend passt es schon ins Bild, dass „Performance“ wohl auch in der Unternehmenskultur zuletzt nicht so weit oben stand: Offenbar sah sich Leiters bald gezwungen, den „Wohlfühlmodus“ bei Porsche erstmal zu beerdigen. Stattdessen geht es nun, wir zitieren wieder die FAZ, deutlich „direkter, härter, fordernder“ zu. Für Michael Leiters jedenfalls ist die Kleiderordnung Teil des Wandels. Aber er braucht wohl mehr Kontext, um die Veränderung durchzusetzen. Die Wirkung der Marke nach innen sollte er dabei nicht unterschätzen. Vielleicht geht es nun für Porsche darum, den Wert „Performance“ neu zu definieren. Mit oder ohne Sneaker.
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