UniCredit, Commerzbank, und das Ponto-Auge.
Zwei Jahre dauert nun schon das Ringen um die Übernahme der Commerzbank durch UniCredit, und man kann nicht sagen, dass die Sache besonders smart, diskret oder auch nur würdevoll abgelaufen ist – weder auf Seiten der Banken noch der immer noch beteiligten Bundesregierung. Nun aber ist UniCredit auf der Zielgeraden: Wenn die Europäische Bankenaufsicht die Sache abnickt, wird UniCredit die Kontrollschwelle im Oktober erreichen, und das war's dann. Ist die Übernahme am Ende eine gute Sache, zum Beispiel für den Finanzplatz Frankfurt? Wir verstehen ja nichts vom Banken- und Kapitalmarkt und fragen uns, was nun aus der Marke Commerzbank wird – und aus der Marke HypoVereinsbank. Die Älteren erinnern sich: Nachdem UniCredit die HypoVereinsbank übernommen hatte, dauerte es immerhin drei Jahre, bis Farbe und Logo ausgetauscht wurden – und der Name blieb. Man muss aber nicht prophetisch begabt sein, um abzusehen, dass UniCredit auf Dauer nicht zwei Marken in Deutschland führen möchte, und dass die Marke Commerzbank bleiben wird. Was wohl verschwinden wird: das Commerzbank-Logo – ein Möbius-Band, das aber wiederum ein Zitat des „Ponto-Auges“ der Dresdner Bank ist; jenes gleichseitige Dreieck in einem grünen Sechseck, ein starkes, klares Zeichen, das Anfang der 70er Jahre, als Jürgen Ponto Vorstandssprecher war, den Imagewandel der Dresdner Bank greifbar machte. Eine Pionierleistung im Bankenmarkt; denn für Jürgen Ponto waren Markenimage und Markenerlebnis schon damals wichtige Treiber des Unternehmenserfolgs. 2027 wird es übrigens 50 Jahre her sein, dass Ponto von linksextremen Terroristen zu Hause erschossen wurde. Da mag es wehmütig stimmen, dass die Erinnerung an das „Ponto-Auge“ vielleicht bald endgültig verschwindet. Und man fragt sich, was Jürgen Ponto zum Kampf um die Commerzbank gesagt hätte.
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