Postfaktisch.
Die Schlagzeilen waren, wie so oft, doch reichlich verkürzt: So titelte die ARD: „Die Deutsche Post heißt bald DHL.“ Naja. Fakt ist: Die Deutsche Post DHL Group firmiert ab September 2026 offiziell als DHL Group. Und die Marke „Deutsche Post“ wird in Deutschland weiterhin für den Brief- und Presseservice genutzt. Entsprechend braucht sich also keiner darauf einstellen, dass man nun bald nicht mehr Postbote, sondern eben „DHL-Bote“ sagen soll, und man darf auch weiter auf „die Post“ warten (und oft genug länger, als einem lieb ist). Damit ist auch klar: Man kann weiter in die Kneipe „Zur alten Post“ gehen!
Und überhaupt: „Post“ ist bekanntlich ein Gattungsbegriff und juristisch gar nicht mehr schutzfähig. Auch die Wettbewerber dürfen diesen Namen für die Beförderung von Briefen und Paketen nutzen – mit einem Namenszusatz, und nicht in gelb. Das war nicht immer so: Denn bis zum Jahr 2006 hatte die Deutsche Post tatsächlich das Monopol auf die Nutzung des Begriffs „Post“. Gegen die damalige Entscheidung des Patent- und Markenamts, „Post“ zum Gattungsbegriff zu erklären, ging das Unternehmen mit allen Mitteln vor, bis zum Bundesgerichtshof – ohne Erfolg. Dennoch blieb der Name „in Rechtsform“ Deutsche Post AG. Aber heute macht das Postgeschäft nur noch ein Fünftel des Umsatzes aus, und natürlich ist die Umbenennung nur konsequent. Und für alle, die dem alten Konzernnamen nachtrauern: Es gibt immer noch die Post-its, die sind auch gelb – und markenrechtlich geschützt.
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