Genau dasselbe, was wir jede Nacht machen!
Dies ist vielleicht unser letzter Marken-Newsletter: Denn wenn es nach den Bossen von OpenAI und Anthropic geht, wird es nur noch Tage, ach was: Stunden dauern, bis zum Jüngsten Gericht der Technologie. Und da wird eine super-super-intelligente KI sein, und sie wird ausbrechen aus ihrem digitalen Labor, und sie wird das globale Finanzsystem kapern, Atombomben kontrollieren und sie wird furchtbare Rache an der Menschheit nehmen. Oder zumindest die Weltvorräte an Kaffee auslöschen.
Und nun? War’s das jetzt, oder sind die Prophezeiungen von Sam Altman und seinen Mitstreitern eher PR-Maßnahmen, um die Relevanz ihrer Angebote zu betonen? Wie sollen wir das einschätzen? Nun, wer das hört, und in den 90er-Jahren schon da war, verspürt ein seltsames Déjà-vu … und ja, es fühlt sich irgendwie unpassend an, aber: Diese Story kennen wir doch – von dem großen philosophischen Meisterwerk Pinky und der Brain! Sie erinnern sich: In der Cartoon-Serie geht es um zwei gentechnisch veränderte Labormäuse, die in den ACME-Laboren leben und jede Nacht versuchen, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Brain mit seinem riesigen, übergroßen Kopf, der sein gigantisches Gehirn beherbergt, ist ein genialer, aber chronisch erfolgloser Wissenschaftler, kalt und arrogant, und schmiedet jede Nacht hochkomplexe Pläne, um die inkompetente Menschheit zu unterwerfen; und Pinky, diedünne Maus mit Glubschaugen, ist einfältig, gutmütig, hyperaktiv und kindisch, und meistens der Grund dafür, dass es doch nichts wird mit der Weltherrschaft – und niemand ernsthaft Schaden nimmt.
Ja, die Parallelen sind verblüffend. Auf der einen Seite das hyper-intelligente, isolierte Wesen, das in einem sterilen Labor gefangen ist, die Menschheit für notorisch ineffizient hält und in der Dunkelheit der Serverräume Pläne zu unserer Unterwerfung schmiedet: Ja, Brain ist die KI. Und auf der anderen Seite Pinky – das sind wir alle: Die naive, gutgläubige Menschheit, die chaotische Realität, die dem unfehlbaren Herrscher doch noch irgendwie die Grenzen aufzeigt, unbeabsichtigt, aber immerhin. Kurz: Solange die brillantesten KI-Modelle der Welt immer noch durch ein paar absurde Prompts ausgetrickst werden können, ist ihre Weltherrschaft in weiter Ferne.
Vielleicht liegt die Gefahr ja auch weniger in der KI als in uns selbst: Wenn wir weiterhin aufs Lesen, Lernen sowie auf unsere Intelligenz verzichten und stattdessen jedes Mal „einfach die KI fragen“, ist unser Untergang doch hochverdient!
Oder was meinen Sie?
Hier der Link:
https://www.zeit.de/digital/2026-09/openai-ki-zwischenfaelle-sandbox-transparenz-sam-altman-gx

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