Sind Supplements das neue Schlangenöl?
Zu den ikonischen Typen des amerikanischen Westerns gehört natürlich der Quacksalber, der „Snake Oil Salesman“ – zum Beispiel Mr. Merriweather (dieser Name!) in dem großartigen Film „Little Big Man“, der, assistiert von Dustin Hoffmann, in feinem Anzug und Zylinder ein vermeintliches Wundermittel verkauft, daseinfach nur aus Alkohol besteht. Solche „Medicine Shows“ waren aber keine Erfindung des Kinos, sondern bis zur Einführung des Pure Food and Drug Act im Jahr 1906 gang und gäbe. Wenn das Publikum allerdings merkte, dass es betrogen worden war, ging die Sache meist nicht gut aus, jedenfalls nicht für den Verkäufer.
Da ist es doch gut für die Marketing-Kollegen von „Lavita“, dass im Deutschland des Jahres 2027 weder geteert noch gefedert wird! Denn das „Mikronährstoffkonzentrat“ der bayerischen Marke ist schon ziemlich nah dran anSchlangenöl: Offensichtlich handelt es sich bei dem nicht unoriginell als „Saubertrank“ beworbenen Getränk im Grunde nur um Fruchtsaft, allerdings zum Preis von 50 Euro für die Halbliterflasche.
Die Organisation Foodwatch vermutet: Hier soll der Kunde reingelegt werden, und vergibt entsprechend einen Negativpreis an Lavita. Und überhaupt: Sollte der Markt für Functional Food und Supplements, wie von Foodwatch gefordert, gesetzlich enger geregelt werden? Normalerweise sind wir als Markenmacher kein Fan von Regulierung, aber: Angesichts der Fülle, ach was, Schwemme von neuen Produkten mit äußerst zweifelhaftem Ursprung, die den Markt aktuell flutet, ist dies wohl bedenkenswert. Und in diesem Fall würde Regulierung den seriösen Marken nützen.
So war es auch, als der Wilde Westen endgültig zu Ende ging und der Pure Food and Drug Act zum Aufstieg von Warren Buffets Lieblingsmarke führte: Heinz. Lavita jedenfalls dürfte so schnell nicht auf Warren Buffets Zettel landen.

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